Der Schreck jedes Terrarianers sind wohl die Krankheiten. Haltungsbedingte Mängel bei Reptilien sind für mehr als 95% aller Gesundheitsprobleme verantwortlich. Viele der folgenden Krankheiten könnten vermieden werden. Falsche Haltungsbedingungen wie z.B Temperatur, UV-Licht, Luftfeuchtigkeit, fehlende Versteckmöglichkeiten usw. können zu Stress bei den Tieren führen, welche den Krankheitsverlauf zusätzlich beschleunigt.

Auf dieser Seite unserer Homepage haben wir Informationen zu Symptomen, möglichen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Krankheiten zusammengestellt. Bei den ersten Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung "nicht zögern" sondern schnellstmöglich einen fachkundigen Tierarzt zu konsultieren. Ihr tut diese euch und euren Tieren zum Gefallen.

Ein "normaler" Tierarzt kann leider nur selten helfen. Ihr solltet einen Tierarzt aufsuchen der sich auf Reptilien spezialisiert hat. Eine Liste mit möglichen Tierärzten findet ihr unter "Tierärzte"auf dieser Website. Jede Verzögerung der richtigen Behandlung kann zu einer Verschlechterung des Zustandes eurer Tiere führen.
 
Um euren bestehenden Tierbestand vor Krankheiten zu schützen, solltet Ihr nach dem Neuerwerb eines Tieres immer eine Quarantänezeit von mindestens 4 - 8 Wochen in betracht ziehen.



Detailinformationen zu folgenden Krankheiten:

  
 - Außenparasiten   - Rachitis   - Abzesse   - Mundfäule 
       
 - Pilzerkrankung/Mykosen   - Lungenentzündung   - Wurmkrankheiten   - Vitaminmangel 
       
 - Vitaminüberschuss   - Gastritis und Enteritis   - Flagellaten   - „Fressunlust” und Abmagerung 
       
 - Häutungsprobleme   - Muskelzittern               - Nekrose   
       

  
 

Außenparasiten

Früher oder später wird jeder Reptilienhalter mit Außenparasiten konfrontiert werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krankheiten kann man hier in vielen Fällen selber Maßnahmen ergreifen. Um der für die Tiere so lästigen und schädlichen Parasiten Herr zu werden.

Milben:

Die am häufigsten bei Reptilien diagnostiziert Milbenart ist die Schlangenmilbe „Ophionyssus natricis“.Zu einem ernsten Problem kann diese weltweit verbreitet Milbenart werden. Starker Blutentzug, Hautschädigungen und Entzündungen der Bissstellen können Folgen eines Milbenbefalls sein.
Krankheitserreger wie Bakterien und Filarien können ebenfalls übertragen werden. Einen guten Erfolg mit dem dosierten Einsatz von „Frontline“ zur Bekämpfung der Milben ist möglich. Das gründliche Einreiben mit Olivenöl macht nur bei einem leichten Befall Sinn. Weitere Behandlungsmethoden könnt ihr bei Eurem Tierarzt erfragen. Neben der Behandlung ist der Austausch oder das gründliche Reinigen aller Einrichtungsgegenstände des Terrariums wie Steine, Bodengrund und Hölzer notwendig.

Zecken:

Im Regelfall kommen Zecken nur bei frisch importierten Wildfängen vor. Zecken können Schädigungen durch starken Blutentzug und die Übertragung von Blutfilarien hervorrufen. Eine manuelle Entfernung der Parasiten kann jeder von Euch selber machen.
 

 

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Rachitis

Rachitis ist wahrscheinlich die häufigste Knochenkrankheit bei Reptilien in Gefangenschaft. Die Rachitis tritt bei Tieren auf, die sich noch im Knochenwachstum befinden. Die Krankheit kann aufgehalten werden, aber die Folgen einer Rachitis sind nicht reversibel. Die betroffenen Tiere die an dieser Krankheit leiden, werden immer Deformierungen behalten. Was aber nicht bedeutet, dass sie nicht lebensfähig sind. Früher oder später werden unbehandelte Tiere jedoch eingehen.

Symptome:

Die erstes Anzeichen einer Rachitis ist in vielen Fällen ein Zittern der Gliedmaßen. Betroffene Tiere fangen in fortgeschrittenem Stadium aufgrund gebrochener Knochen oft an zu hinken oder bewegen sich insgesamt unnormal. Sie bekommen Knochendeformierungen wie z. B. gekrümmte Gliedmaßen oder eine krumme Wirbelsäule und der weiche Unterkiefer wird durch den Zug der Muskeln bogenförmig geöffnet. Die Tiere hören auf zu wachsen.

Behandlung:

Um die Rachitis zu behandeln, muss man die Versorgung der Tiere mit Vitamin D3, Kalzium und Phosphor sicherstellen. Dabei ist auf ein Kalzium-Phosphor-Verhältnis von ca. 1,5:1 zu achten. Gleichzeitig muss man nach den Ursachen der Krankheit suchen. Meistens liegt eine Mangelversorgung wie z. B. unzureichende UV-B Strahlung vor. Das Tier sollte dann regelmäßig und ausgiebig mit einem UV-B Flächenstrahler bestrahlt werden.

 

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Abszesse

Abszesse sind abgekapselte Eiteransammlungen, deren Konsistenz von wässrig dünn bis käsig borkig reicht. Sie sind meist Folge einer sekundären bakteriellen Infektion durch Hautverletzungen, Saugtätigkeiten von Außenparasiten, zu feuchte Haltung oder auch falscher Ernährung der Tiere.

Behandlung wässrig dünner Abszess:

Der Abszess wird gespalten und mit Antibiotikaspülungen ausgewaschen. Dies sollte nur durch einen Tierarzt erfolgen! Da eine Heilung des Abszesses von innen nach außen erfolgt, muss die Wunde täglich ausgespült und tamponiert werden.

Behandlung fester Abszess:

Der Inhalt wird mit einem scharfen Löffel ausgeräumt. Dies sollte ebenfalls nur durch einen Tierarzt erfolgen! Es folgt eine Behandlung der Wunde mit Antibiotikasalbe,- kegel oder Puder bis zur entgültigen Verheilung.

 

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Mundfäule (Stomatitis ulcerosa)

Mundfäule ist eine bakterielle Erkrankung. Dabei setzen sich die Bakterien Pseudomonas, Aeromonas und Proteus in der Mundschleimhaut des Tieres an. Dies führt zu Schwellungen, Entzündungen sowie käsigem Ausfluss. Ursache dafür ist fast ausschließlich eine Sekundärinfektion, hervorgerufen durch Verletzungen, schlechte physische Verfassung des Tieres, monotone Umwelteinflüsse sowie ein Mangel an Vitamin B.

Symptome:

Der Mundfäule geht immer eine Mundschleimhautentzündung voraus. Bei leichtgeöffnetem Maul presst das erkrankte Tier schaumigen Speichel unter leisem Zischen heraus. An den inneren und äußeren Zahnreihen und an den Lippenbändern des Unterkiefers ist eine intensive Rotfärbung erkennbar. (Entzündung)

Behandlung:

Die eitrigen und nekrotischen Beläge sollten täglich mit einem Wattestäbchen entfernt werden. Anschließend wird die Schleimhaut mit einer vom Tierarzt verordneten Lösung ausgetupft. Außerdem werden unterstützend Antibiotika mit Vitamin A und C oral verabreicht.

 

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 Pilzerkrankungen / Mykosen

Pilze leben von verrottendem tierischen oder pflanzlichem Gewebe oder parasitisch auf oder in Pflanzen bzw. Tieren.
Sie vermehren sich durch Sprossung oder Sporen und zwar bevorzugt im feucht-warmen Klima.

Symptome:

Mykosen bzw. Pilzerkrankungen beginnen meist an der Bauchseite des Tieres. Im Anfangsstadium erkennt man dies an abgespreizter oder braungefleckter Beschuppung. Mit fortschreitender Vermehrung bilden sich großflächige verkäsende oder nässende Wunden.

Behandlung:

Der Tierarzt bestimmt zunächst den Pilz und wendet dann ein resistenzgetestetes Antimykotikum an. Bei fortgeschrittener Erkrankung finden Antimykotika Anwendung. Das Tier sollte in Folge einzeln und vor allem warm gehalten werden. Offene Wunden werden zusätzlich mit Antibiotika behandelt. Die Wunde muss austrocknen und darf daher nicht abgedeckt werden. Das Terrarium muss desinfiziert und ebenfalls mit Antimykotikum behandelt werden,
da die Sporen der Pilze sehr widerstandsfähig sein können.

 

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 Lungenentzündung / Pneumonie

Bei einer Lungenentzündung handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Pseudemonas und Aeromonas Gruppe. Bei dieser Erkrankung besteht immer die Gefahr der Bildung von Fibrinpröpfchen die durch Verstopfung der Bronchialäste große Teile der Lunge abschließen und zum Erstickungstod des Tieres führen können.

Symptome:

Erste Symptome einer Lungenentzündung sind pfeifende bis rasselnde Atemgeräusche bei leicht geöffnetem Maul. Hinzu kommt Nasenausfluss, Mattigkeit, und mangelnde Fresslust des Tieres. Oft liegen sie nur noch flach ausgestreckt auf dem Boden des Terrariums. Im fortgeschrittenem Stadium tritt meist schaumiger manchmal übelriechender Schleim sowie eine flache Atmung auf.

Behandlung:

Die Behandlung einer Lungenentzündung sollte durch einen fachkundigen Tierarzt erfolgen. Dieser verabreicht dem Tier Antibiotika und Vitamingaben. Sie sollten auf eine trockene warme Haltung (30°C ) achten. Im fortgeschrittenen Stadium wird zur Verhinderung von Fibrinpröpfchen dem Tier meist Heparin intramuskulär gespritzt.

 

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Wurmkrankheiten

Würmer sind langgestreckte, wirbellose Tiere die oftmals parasitisch in oder an anderen Tieren leben. Es gibt verschiedene Arten von Würmern, die verschieden Larvenstadien durchlaufen, welche wiederum verschiedene Wirte benötigen. Um die genaue Art des Wurmbefalls zu bestimmen, ist eine mikroskopische Kotuntersuchung durch einen Tierarzt notwendig.

Fadenwürmer / Nematoden:

Diese Würmer können fast alle Organe befallen. Bevorzugt halten sie sich im Magen-Darm-Trakt und in der Lunge auf. Die Tiere zeigen entgegen ihrer Nahrungsaufnahme körperliche Schwäche, apathisches Verhalten sowie ein Ausblassen der Körperfärbung. Manchmal treten auch Durchfall oder eingefallene Muskelpartien und Augenhöhlen auf.

Bandwürmer/ Cestoden:

Diese Würmer befallen meist den Darmbereich des Tieres. Dem Körper werden dabei wichtige Nährstoffen entzogen. Meist werden durch die Larven die im Wirtskörper wandern große Schäden in Organen und Gewebe angerichtet.

Saugwürmer/ Trematoden:

Diese Würmer treten im Verdauungstrakt, der Harn- und Gallenblase, Niere, Leber, Lunge und im Blutsystem des Tieres auf.
Sie können sowohl im Kot als auch im Urin des Tieres nachgewiesen werden. Eine Behandlung dieser Würmer ist äußerst schwierig.

 

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Vitaminmangel / Avitaminose

Vitamin A Mangel:

- Augenschädigungen wie Trübung und Schwellung

- Hautentzündungen

Vitamin B Mangel:

- Lähmungserscheinungen an Hinterbeinen und Schwanzwurzel bei Echsen

- Häutungs- und Wachstumsschwierigkeiten

- Hautveränderungen (Risse, Erblassen der Tiere)

- Vermehrte Infektionsanfälligkeit

- Mundfäule

- Gleichgewichtsstörungen

Vitamin D Mangel:

- Knochenerweichung

- Rachitis

- Zahnausfall

- Panzererweichung oder -deformation

- Weiße Flecken auf dem Panzer von Schmuckschildkröten

- Knochenbrüche

 

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Vitaminüberschuss / Hypervitaminos

Vitamin A Überschuss:

Zuviel Vitamin A kann zu unkontrollierbaren Blutungen in den inneren Organen des Tieres führen.

Vitamin D Überschuss:

Zuviel Vitamin D führt zu einer Verkalkung der Arterien sowie zu einer unkontrollierten Knorpel- und Knochenbildung

Kalk- und Calciumüberschuss:

Zuviel Kalk und Calcium führt zu einer Kalkansammlung im Nierengewebe, an Herzwänden und Arterien des Tieres. Nieren- und Blasensteine können dadurch entstehen.

 

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Gastritis und Enteritis

Bakterielle Entzündung der Magen- und Darmschleimhäute, bei der ebenfalls Pseudomonas, Aeromonas und Proteus Bakterien auftreten. Der Krankheitsverlauf erstreckt sich über Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhäute über eitrige Abzesse bis hin zu Geschwüren.

Symptome:

Erbrechen halbverdauter Nahrung und das Absetzen von übelriechendem und breiigem Kot., der fast immer Beimengungen von eitrigem und übelriechendem gelblich-weißem Schleim enthält.

Maßnahmen:

Bitte suche umgehend einen fachkundigen Tierarzt auf!

 

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Flagellaten ( Geißeltierchen )

Diese Krankheit führt zu Abmagerung, die durch eine Darm- und spätere Nierentzündung hervorgerufen wird, die bis zum Tod des Tieres führen kann. Nachweisen lassen sich diese Geißeltierchen durch eine Kotuntersuchung, die von frischem Kot gemacht werden muß ( schnelles absterben der Erreger). Behandeln kann diese Krankheit nur der Tierarzt durch Gabe von Clont ( Metrorinazol 50-100mg/kg ).

 

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„Fressunlust” und Abmagerung

Nimmt ein Tier keine Nahrung mehr zu sich, sollte man sich folgende Fragen stellen:

- Ist die Ernährung abwechslungsreich genug ?
- Ist das Tier satt ?
- Mag es das angebotene Futter nicht ?

Zieht sich die "Fressunlust" über einen längeren Zeitraum und das Tier magert ab, sollte man es mit „Zwangsfütterung” probieren, da das Tier sonst unweigerlich zu Grunde gehen würde. Am besten geht es mit Babynahrung in Gläsern wie z.B. Alete oder Hipp. Der Brei ( mundwarm ) der auch mit Vitaminen versetzt werden kann, wird in die Spritze eingefüllt und diese wird dem Tier vorsichtig bis in den Rachen eingeführt. Tritt nun aber in den nächsten 5 Tagen keine deutliche Besserung ein, schnellstens zum Tierarzt.

 

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Häutungsprobleme

Häutungsprobleme treten meist bei Jungtieren auf, bei denen Hautreste an Zehen hängen bleiben. Diese Hautreste lassen sich aber problemlos mit der Hand oder einer Pinzette vorsichtig entfernen.
Ursachen für solch schlechte Häutung sind meist eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit oder ein Mangel an Vitamin A. Diese Faktoren lassen sich aber durch häufiges Aussprühen des Terrariums, einer Wasserschale und durch regelmäßige Vitamingabe relativ einfach vermeiden.

 

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 Muskelzittern

Diese Mangelerkrankung wird durch Vitamin B-Mangel hervorgerufen. Erkennen kann man dies durch Bein- und Schwanzzittern und später sogar durch "Fressunlust" und ganz extremes Zittern des ganzen Tieres. Bei Erkennen solch einer Erkrankung sollte man einen Tierarzt aufsuchen, der durch hochdosierte Vitamin B Verabreichung helfen kann.

 

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Nekrose, abgestorbene Gliedmaßen


Unter Nekrose versteht man absterbendes Gewebe, das durch die Unterbrechung der Blutbversorgung zustande kommt. Ursache hierfür ist häufig eine unvollständige Häutung des Tieres, bei der hauptsächlich an den Zehen oder am Schwanz Hautreste hängenbleiben, die das Gewebe abschnüren. Entfernt man diese Haut nicht, führt dies unweigerlich zum Absterben des Gewebes und den Verlust des betroffenen Gliedmaßes ( Schwanz, Bein ). Da nun im befallenen Gewebe eine Entzündung entsteht, muss schnellstens ein Tierarzt aufgesucht werden. In den meisten Fällen ist eine Amputation des Gliedmaßes die letzte Möglichkeit.

 

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